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Fallstricke bei der Unternehmensübergabe

von Carsten Häming und Sebastian Jaretzke

Das eigene Unternehmen in die nächste Generation zu führen, erweist sich für viele Mittelständler, die innerhalb der Familie nicht über eine geeignete Nachfolge verfügen, als immer schwieriger.

Eine attraktive Lösungsalternative bildet der Verkauf des Unternehmens an das eigene Management (Management Buy Out – MBO). Durch die langjährige Zusammenarbeit kennt der Unternehmer sein Management und weiß um deren unternehmerische und persönliche Fähigkeiten und Wertevorstellungen. Regelmäßig besteht zudem ein sehr enges Vertrauensverhältnis.

So ergeben sich für den Unternehmer attraktive Gründe für diese Art der Unternehmensnachfolge: Die Übergabe des Unternehmens an das Management verläuft vergleichsweise geräuschlos gegenüber Markt, Kunden und Mitarbeitern. Das operative Geschäft wird nicht wesentlich tangiert und die Kontinuität in der Geschäftsentwicklung wird bewahrt. Die Unternehmensidentität wird gesichert, etwa durch den Erhalt des Unternehmensnamen.

Die Übergabe des Unternehmens kann wie oben beschrieben sehr harmonisch ablaufen, allerdings gibt es einige Tücken und Fallstricke zu beachten. Neben einer unzureichenden Strukturierung sowie dem falschen Zeitpunkt für den Verkaufsprozess bilden vor allem die inhärenten Interessenkonflikte im MBO-Prozess ein nicht zu unterschätzendes Spannungsfeld. So können sich bei falscher Prozessführung die Emotionen der beteiligten Parteien unkontrollierbar hochschaukeln und den gesamten Transaktionsprozess gefährden.